Montag, 20. Juli 2015

Summer Festival










Was ist ein Blog ohne gescheite Bilder? Fotos repräsentieren und sind das Maß an Qualität eines Plus Size Blogs. In letzter Zeit war ich mit den "last Minute" Fotos ziemlich unzufrieden, und da nur noch am Meckern war hat sich meine Beste wieder entschlossen trotz 50 km Trennung mit mir zu shooten. Wir beide harmonieren einfach beim Fotografieren und die Bilder spiegeln zu hundert Prozent mein Feeling wider.

Jetzt habe ich doch bestimmt einige Kleider hier vorgestellt aber mit nackten Beinchen seht ihr mich selten. Das liegt keinesfalls an den massigen Schenkeln, eher an meiner sehr hellen Hautfarbe. Meine Beine nehmen kaum Farbe im Sommer an und wirken leicht unpassend zum sich bräunenden Rest meines Körpers. Die Lösung ist da einfach mit einer leicht gefärbten matten Strumpfhose. Aber ihr kennt ja alle das Problem mit der perfekten Strumpfhose, oder?








Shop my Style

Mittwoch, 8. Juli 2015

Think positiv

Fünf Tage.
Fünf Tage in denen ich mehr gelernt habe als in den letzten Fünf Jahren.
Fünf Tage in Utrecht die mir meine Augen öffneten.
Heimlich, still und leise machte ich mich am Montag der vergangener Woche mit meinem Mann auf die Reise nach Utrecht. Dort traf ich mich mit einem Mann, der behauptet mir helfen zu können. Dieser Mann war mir bekannt, ich habe ihn beobachtet, gestalked, in jedem soziale Netzwerk nach ihm gesucht und versucht zu verstehen was er tut. Er bietet einen Workshop an für Menschen mit fokalen Dystonien. Du weißt ich leide seit einiger Zeit an dieser beschissen Krankheit die keiner kennt, niemand heilen kann und niemand versteht.



Ein Workshop kostet viel Geld zuzüglich Reisekosten geht dabei eine Menge flöten. Das Geld was ich dafür ausgegeben habe wurde mir von einer Stiftung bereit gestellt (an dieser Stelle einen herzlichen Dank), mit dem Geld sollte ich etwas für meine Gesundheit tun, aber es gibt so gut wie keine Therapien die ich noch hätte versuchen können.
Einmal im Monat google ich nach Alternativen, und immer wieder landete ich auf der Seite von Dr. Joaquin Farias. Seine Website ist in Englisch und was da steht ist sprachlich verständlich, aber kaum vorstellbar. Er bietet eine Therapie ohne Medikamente an, ein Training mit dem Grundgedanken der Neuroplastizität. Jedem aus meinem Familen- und Bekanntenkreis dem ich die Seite zeigte, riet mir davon ab mich auf den Quacksalber einzulassen. In einer Gruppe von Betroffenen bei Facebook wurde mir mit dem gleichen Hintergedanken abgeraten, aber was tut man nicht alles wenn Frau eh keine Alternativen hat.

A-B-C

A - Geld ist verfügbar
B - Therapien-Angebot war auf diese eine beschränkt
C- Why not?

Also fragte ich spontan nach einer Session die gerade zufällig in Utrecht stattfand und bekam auch schon bald einen Platz nachdem ein andere Patient absprang.

Meine erste Session war unglaublich! Ich war dermaßen aufgeregt zu sehen ob ich hier einem Halsabschneider, oder irgendeinem Kräuter-Magier zum Opfer fiel. Als ich vor dem Raum im Kulturzentrum der Universität von Utrecht stand war mir ganz heiß, was nicht nur an den heißen Temperaturen lag.
Als der Raum aufging und ich vor dem Dr.Farias saß war die Aufregung ganz verflogen. Er strahlt etwas wirklich Beruhigendes und sympathisches aus. Er erklärte mir seinen Ansatz, seine Theorie zu dieser Krankheit welche anders ist, als diese in den Medizinbüchern. Seine Theorie macht für mich von Anfang an einfach mehr Sinn. Er ließ mich laufen, sah meine Defizite auf Anhieb, kniete sich zu Boden und macht sich zu schaffen während er mir auf Englisch mit spanischem Akzent so viele Infos zu der Krankheit gab, wie ich sie noch nie hörte. Er massierte dehnte und erklärte mir NEUROPLASTIZITÄT und das ist tatsächlich das Stichwort. Er wiederholte mehrmals in dieser einen Woche den Satz: " it is not a miracle, it is science!"

Nach mehreren Übungen im Sitzen, im Stehen, und an der Wand bat er mich ein paar Schritte zu laufen. Nach drei hinkenden Versuchen ging ich einen geraden, normalen Schritt.
Während ich das schreibe steigen mir die Tränen auf. Ich kann kaum in Worte fassen wie sich das angefühlt hat, was ein Gefühl im mir aufkam so normal zu gehen wie ein Mensch, und aufrecht auf meinem Mann zuzulaufen, der die Kinnlade gar nicht mehr hoch bekam. Dann wurde mir erst klar was da vor sich geht. Ich war so voller Emotionen, Erinnerungen an Zeiten wo ich noch laufen konnte und Motivation, ich ging einfach weiter, und weiter es wurde flüssiger und ich hatte überhaupt keine schmerzen.
Um es vorweg zu nehmen. Es liegt noch ein langer Weg vor mir. Ich muss die Übungen täglich wiederholen und das Laufen von Grund auf wieder lernen damit mein Gehirn auf diese alten, neuen Informationen reagiert und diese speichert. Wie reden hier von eine Rehabilitation von mindestens einem Jahr bis ich ein flüssiges und spontanes Gangbild habe, aber ich habe Hoffnung und ich bin froh einen Schritt gewagt zu haben der auch hätte ins Leere laufen können. Positiv denken ist in diesem Zusammenhang ein tatsächlich wirkende Wissenschaft die mir hilft diese Krankheit zu überstehen. Think positive!





Dress - Monki (Size L)
Tights - Asos
Shoes - Zara
Bag - Old